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Der Kfz-Mechatroniker

Der Kfz-Mechatroniker

Der Kfz-Mechatroniker ist ein noch sehr junger Beruf. Er entstand in den neunziger Jahren im Zusammenhang mit neuen Innovationen in der Kfz-Technik. Alle Hersteller von Kraftfahrzeugen entwickelten in dieser Zeit immer mehr elektronische Bauteile und Systeme und bauten sie in ihre Fahrzeuge ein. Bis zu dieser Zeit hatten sich viele Kfz-Mechaniker selbst ihre Kenntnisse bei der Fehlersuche in der Kfz-Elektrik angeeignet. Andere hatten sich zum Kfz-Elektriker qualifiziert. Nun war jedoch der Umfang der Sicherheitssysteme, Bordcomputer, Lenkhilfen und anderen Fahrzeugkomponenten so stark angewachsen, dass ihre Wartung und Instandsetzung eine spezielle Ausbildung erforderte. Von nun an wurden Kfz-Mechatroniker in einer eigenständigen Lehrzeit ausgebildet.

Weshalb nennt sich dieser Beruf nicht Kfz-Elektroniker?

Der Einbau, die Wartung und Instandsetzung von elektronischen Bauteilen sind lediglich ein Bestandteil der Arbeit des Kfz-Mechatronikers. Die Herausforderung in diesem Beruf besteht jedoch vielmehr darin, dass er sich in der Funktionsweise der Elektronik im Zusammenhang mit der Mechanik des Fahrzeugs auskennen muss. Als Beispiel dazu soll das Antiblockiersystem, kurz ABS, dienen. Bei diesem System erkennen Sensoren, wenn der Straßenbelag rutschig ist und den Bremsvorgang beeinträchtigen würde. Es wäre kein Problem, wenn sie diesen Straßenzustand auf einem Display im Cockpit mit einer blinkenden Warnlampe signalisieren würden. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitet lediglich die Elektronik, die das Warnsignal umsetzt. Für den Fahrer käme diese Signalisierung jedoch zu spät, um noch reagieren zu können. Deshalb leiten diese Sensoren ihr Signal an die Bremsanlage weiter und lösen das „Stotterbremsen“ aus. Hier endet die Aufgabe der Elektronik. Was nun folgt, ist das mechanische Bremsen der Bremsbeläge. Der Kfz-Mechatroniker muss also die elektronische Signalisierung und Steuerung mit der mechanischen Komponente erkennen, begreifen und als System verstehen. In den einzelnen Arbeitsbereichen besteht für ihn dieses System aus Elektronik und Mechanik, was es z. B. von der Handbremse als rein mechanisches System unterscheidet.

Gibt es den Kfz-Mechatroniker nur in der Erstausbildung?

Eindeutig nein. Dazu ist der Beruf des Kfz-Mechatronikers noch viel zu jung. Würden lediglich Schulabgänger in diesem Beruf ausgebildet, würde es viele Jahre dauern, bis der Bedarf auch nur annähernd gedeckt wäre. Immer mehr Inhaber von Kfz-Werkstätten schicken besonders geeignete Mitarbeiter zur Qualifizierung. Damit würde jedoch bei einer Direktausbildung Arbeitszeit in großem Umfang verloren gehen und sie wäre für den Chef, der sie bezahlt, ein beträchtlicher Kostenfaktor. Ein Arbeitnehmer, der die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker selbst bezahlen müsste, würde in dieser Zeit kein Einkommen erzielen. Nur wenige könnten sich diesen Weg leisten. Deshalb haben Bildungseinrichtungen die Möglichkeit des Fernstudiums geschaffen. Auf diese Weise können Arbeit, Familie und Qualifizierung günstig miteinander verknüpft werden.

Die Ausbildung zum Kfz Mechatroniker eignet sich auch für Quereinsteiger die an einer Umschulung teilnehmen. Sie kommt vor allem für Berufsgruppen infrage, die in ihrem bisherigen Beruf bereits Kenntnisse in der Elektronik, Mechanik oder Hydraulik gesammelt haben. Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem beständigen Wandel und mit dem Mut zum Neubeginn bietet der Beruf des Kfz-Mechatronikers alle Chancen auf einen festen Arbeitsplatz.

Was erwartet einen Kfz-Mechatroniker bei der praktischen Arbeit?

Viele von uns haben in ihrer Autowerkstatt schon zusehen dürfen, wenn der Kfz-Mechatroniker das Diagnosegerät an den Bordcomputer ihres Autos anschließt. Er drückt verschiedene Tasten auf dem Gerät, fragt eine Vielzahl von Daten ab und im Ergebnis bekommt er angezeigt, worin eine eventuelle Störung am Fahrzeug zu finden ist. Was so imponierend einfach aussieht, setzt sich jedoch in vielfältiger mechanischer Arbeit fort. Wenn der Kfz-Mechatroniker den Fehler ermittelt hat, muss er Fahrzeugverkleidungen entfernen, um an die elektronischen Bauteile heranzukommen. Er muss das Fahrzeug auf der Hebebühne aufbocken und an den verschmutzten Fahrwerksteilen arbeiten. Oft kommt er hier mit festsitzenden Verbindungen und Rost oder Schmieröl in Kontakt und er muss flexibel darauf reagieren können. Die Elektronikdiagnose allein ist es also nicht. Vielmehr muss er Handwerker sein, der zu jedem Problem die passende Antwort findet. Dazu muss er sich in der Verwendung vieler verschiedener Werkzeuge auskennen. Immerhin gehört das Messgerät genauso zu seiner Ausrüstung wie der Hammer und der Satz Schraubenschlüssel. Aber gerade diese Vielseitigkeit ist es, die den Beruf des Kfz-Mechatronikers so interessant macht.

Ein Kfz-Mechatroniker wird aber auch oftmals als Pannenhelfer eingesetzt. Fahrzeuge bleiben auch auf der Autobahn oder Landstraße liegen. Manche Fehler lassen sich gleich vor Ort reparieren und ersparen einen teuren Transport in die Werkstatt. Der Kfz-Mechatroniker muss seine Arbeit deshalb auch bei jeder Witterung, Dunkelheit und unter Stress zuverlässig verrichten können. Auch hier stehen wieder eine gute Ausbildung und flexibles Handeln im Vordergrund. Für jeden, der handwerklich interessiert ist und vorzugsweise auch ein ausgeprägtes Interesse für Fahrzeuge und deren Technik mitbringt, ist diese Arbeit ein echtes Erlebnis.

Vom Moped bis zum LKW

Moderne Elektronik hat sich in allen Bereichen des Fahrzeugbaus längst etabliert. Deshalb bezieht sich die Arbeit des Kfz-Mechatronikers nicht ausschließlich auf die klassische Werkstatt für Pkw und Transporter. Immer mehr sind auch Zweiräder mit elektronischen Start- und Sicherheitssystemen ausgerüstet und so finden Kfz-Mechatroniker auch in Zweiradwerkstätten einen Arbeitsplatz. Aber auch der gesamte Bereich der Lkw und sonstiger Nutzfahrzeuge profitiert von immer mehr elektronischen Einbauten. In modernen Lkw ist die Elektronik in Verbindung mit mechanischen Bauteilen noch viel komplexer. Kfz-Mechatroniker sind in diesem Bereich der Kfz-Technik oftmals noch viel mehr gefordert. Grundlage bildet eine solide Ausbildung, die im Unterschied zum Schulabgänger mit Erstausbildung jeder handwerklich Begabte in einer Fernausbildung absolvieren kann.

WICHTIGE FAKTEN ZUR AUSBILDUNG ALS Mechatroniker

  • Voraussetzungen: Hauptschulabschluss und eine mehrjährige Berufserfahrung in einem technischen Beruf bzw. allgemeine Hochschulreife, Fachabitur oder Hauptschulabschluss mit einschlägiger Berufserfahrung für den Bachelor Abschluss.
  • Beginn: jederzeit bzw. der Bachelor Abschluss im Winter- und Sommersemster
  • Dauer: Techniker: 30 – 42 Monate, Bachelor: 7 Semester, Master: 4 – 5 Semester
  • Gesamtkosten: ca. 2.000 – 15.000 €
  • Studienmaterial: ca. 120 – 170 Studienhefte mit Fallstudien und nötigen Informationen
  • Seminartage: min. 5 Praxistage
  • Abschlusszertifikat: institutsinternes Abschlusszertifikat geprüfter Mechatroniktechniker bzw. Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Master of Engineering.

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